Was ist beim privaten Transport von Flüssiggasflaschen in einem PKW zu beachten?

Flüssiggas erfreut sich aufgrund zahlreicher Vorteile stetig wachsender Verbreitung. Je mehr Verbrauch, um so häufiger muss der Nutzer seine Gasflasche befüllen lassen oder tauschen. Nahezu zwangsläufig kommt es dabei zum Transport im PKW und dabei muss auch der Privatmann zwingend einige Hinweise und Vorschriften beachten, um sich nicht unnötigen Gefahren auszusetzen. Wir listen genau auf, was zu beachten ist.

1. Vor der Beladung

Grundsätzlich ist der Transport von Flüssiggasflaschen im Kraftfahrzeug erlaubt, jedoch nur kurzzeitig. Es ist zwar nirgends festgelegt, aber länger als unbedingt nötig sollte die Fahrt mit Gasflasche an Bord nicht dauern.

Prüfen Sie die Gasflasche sehr genau, besonders hinsichtlich ihrer Dichtheit und möglicher Hinweise auf Beschädigungen. Behandeln Sie leere Flaschen dabei genauso wie volle. Denn auch in vermeintlich leeren Gasflaschen ist immer eine gewisse Restmenge an Gas enthalten. Sollte die Flasche undicht oder beschädigt sein, transportieren Sie sie nicht. Kontaktieren Sie Ihren Händler.

Bei der genauen Sichtkontrolle sollten Sie unbedingt darauf achten, dass eine Schutzkappe auf dem Gasflaschenventil sitzt. Diese Schutzkappe muss beim Transport immer vorhanden sein, egal ob sie eine leere Flasche zurückbringen oder eine volle Flasche holen. Ein Transport ohne Schutzkappe kommt nicht in Frage.
Laden Sie die Gasflaschen erst kurz vor Fahrtantritt ein und achten Sie auf geeignetes Zubehör zur Ladungssicherung. Das können zum Beispiel Zurrgurte, Anti-Rutsch-Unterlagen oder speziell angebrachte Halterungen zur Ladungssicherung sein. Mehr dazu unter dem Punkt „2. Beim Beladen“.
Auf Privatpersonen trifft das weniger zu, es sei aber dennoch erwähnt: Insgesamt dürfen Sie maximal 333 Kilogramm Nettomasse transportieren. Es mag dabei zwar seltsam klingen, ist aber ernst gemeint: Gasflasche auf keinen Fall werfen.

2. Beim Beladen

Grundsätzlich müssen Sie Flüssiggasflaschen immer so verstauen und sichern, dass sie selbst bei einer Vollbremsung oder plötzlichen Ausweichbewegung nicht umherrollen oder verrutschen können. Deshalb das unter Punkt „1. Vor dem Beladen“ erwähnte Zubehör unbedingt verwenden.
Anders als beim Betrieb der Gasflasche, ist der Transport übrigens sowohl im liegenden (immer quer zur Fahrtrichtung) als auch im stehenden (Standfestigkeit!) Zustand gestattet. Wer die Ladungssicherung missachtet, muss unter Umständen mit einem saftigen Bußgeld und auch Punkten ins Flensburg rechnen.

3. Beim Transport

Achten Sie immer darauf, dass während der Fahrt entweder die Lüftungsanlage auf höchster Stufe läuft oder die Fenster etwas geöffnet sind. In jedem Fall müssen Sie für eine ausreichende Be- und Entlüftung sorgen. So kann auch dann nichts passieren, wenn die Gasflasche plötzlich undicht wird.
Achten Sie darauf, die Gasflasche vor einer Erwärmung über 50 Grad Celsius zu schützen. Am besten nie in der prallen Sonne parken.

4. Nach dem Transport / Allgemein

Laden Sie die transportierte Flüssiggasflasche baldmöglichst aus und lassen Sie diese keinesfalls über Stunden im Auto und schon gar nicht bei direkter Sonneneinstrahlung. In ungünstigen Fällen oder einer unbemerkten Undichtigkeit kann sich Flüssiggas im Fahrzeuginneren sammeln und dann genügt schon der kleinste Funke für eine Explosion.
Beim Be- und Entladen sowie beim Transport herrscht striktes Rauchverbot. Das gilt genauso auch für elektronische Zigaretten. Natürlich auch beim Transport verboten: Verwendung von Feuer und offenem Licht.

Alle Informationen finden Sie auch auf dem entsprechenden Merkblatt des Deutschen Verbands für Flüssiggas (DVFG).

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